Eine Welt ohne Buchstaben will ich mir nicht mehr vorstellen

7,5 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter sind in Deutschland so genannte funktionale Analphabeten. Das heißt, diese Personen können einzelne Sätze lesen oder schreiben, nicht jedoch zusammenhängende – auch kürzere – Texte. Die Gründe für funktionalen Analphabetismus sind vielfältig, die Schwierigkeiten damit in unserer Gesellschaft zu Recht zu kommen auch. Oft ist das Lesen einer Arbeitsanweisung, einer Information zu einem verspäteten Zug usw. nicht möglich. Aus Angst und Scham, sich als Analphabeten offenbaren zu müssen, trauen sich nur wenige, aktiv Hilfe zu suchen.

Im September 2015 hat die damalige Bundesbildungsministerin Johanna Wanka die Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung ausgerufen. Ziel ist es Menschen zu ermutigen, den Schritt zu wagen und Hilfe in Anspruch zu nehmen.

 

Alphabmobil zum 3. Mal zu Gast in Fürth!

Im Rahmen der Alpha-Dekade 2016-2026 plant die vhs Fürth in Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus und mit Unterstützung des Bundesverbands Alphabetisierung und Grundbildung e.V. unter dem Arbeitstitel „Funktionaler Analphabetismus in Deutschland: Wissen - Erkennen – Helfen“ die dritte Sensibilisierungsschulung zum Umgang mit Menschen, die Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben. Diese richtet sich insbesondere an Leitungen und Verantwortliche jener Einrichtungen, Ämter und Organisationen, die mit der Zielgruppe – direkt oder indirekt – in Kontakt kommen (könnten). Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 17.09.2020, von 10:00 bis 12:00 Uhr im Haus der Volkshochschule, Hirschenstr. 27, (Raum E4) statt.

Den Flyer finden Sie hier.

Mit Lesen und Schreiben besser klar kommen

Sie kennen jemanden, der sich das wünscht?

Das MGH / Mütterzentrum beteiligt sich seit 2018 mit seinem „Offenen Lerncafé für Deutschsprachige“ an der Initiative „AlphaDekade 2016-2026". Kostenlos und ausgehend von individuellen alltags- und arbeitsweltorientierten Themen werden erste einfache Lernschritte vollzogen.In unseren separaten Räumen und Schritt für Schritt überwinden die TeilnehmerInnen die Scheu vor Texten, Sätzen und Wörtern. Bei einer Tasse Kaffee und in aller Ruhe nehmen wir wahlweise Papier und Stift zur Hand oder benutzen Lernprogramme am PC.
Ziel ist es, die TeilnehmerInnen durch die ersten Schritte und Erfolge zu motivieren, weiterführende Grundbildungs- und Alphabetisierungskurse bei den lokalen Erwachsenenbildungsträgern zu besuchen.

Eine weitere Anlaufstelle zur persönlichen Klärung von Fragen, auch für Angehörige und Freunde, ist der Offene Treff montags und donnerstags. 

Selbstverständlich behandeln wir Ihr Anliegen streng vertraulich.

 

Unser Angebot:

Lerncafé: Fr. 16.00 - 17.30 Uhr, Gartenstr. 13a
Teilnahme kostenlos, Kinderecke vorhanden

Telefonische Beratung Mo & Do 9.30 - 17.30 Uhr: 0172 / 6128176

Persönliche Beratung: Mo & Do 11.00 - 11.30 Uhr, Bücherei im MGH / Mütterzentrum, UG
(Donnerstag Kinderbetreuung möglich)

 

Unseren Flyer mit den Angeboten können Sie hier herunterladen.

 

 

Unser Team:

Anissa Benaiad, Barbara Diederich

Tel. 0172 / 6128176

alpha-mgh-fuerth@mnet-online.de

 

 

 

 

Unser Lerncafe

Wie war für dich die Corona-Pause ?

Seit Oktober 2018 suchen die Teilnehmer regelmäßig am Freitagnachmittag das Lerncafé auf. Während des Stillstands durch die Corona-Quarantäne wurde für jeden ein schriftliches Lernpaket erstellt und im telefonischen Kontakt mit den Dozentinnen bearbeitet.

Ab 15.05.2020 findet des Lerncafé wieder wie gewohnt in den Räumen des MGH statt, wie vor der Corona-Pause.

Das sagten unsere Besucher auf die Frage:  wie war das für dich, die Corona-Pause?

(die Namen wurden geändert).

 

Petra B.:

Die ganze Zeit daheim sitzen, das war nichts für mich. Damit es nicht immer so langweilig war, da hab ich meine Post selbst gemacht, also, was ich konnte, Grußkarten geschrieben und so was. Ich hab sogar manchmal meine Hefte rausgeholt und gelesen. Hier im Lerncafé sind alle wieder da, und hier komm ich wieder super zurecht.

 

Jochen S.:

Dem Hund war es nie langweilig. Für mich war das Lernpaket, die Aufgaben halt, ein wenig schwer aber mit dem whatsapp, das war eine Abwechslung, und Zeit hatte ich ja mehr als genug. Jetzt wieder im Lerncafé unter "die Leut" hocken und lernen, das gefällt mir aber 100 Prozent besser.

 

Anna K:

Frag lieber nicht.

Na klar, mit so einem eigenen Garten hast du immer was zu tun. Aber unser Freitagnachmittag, also euch alle zum Üben treffen und hier lesen und schreiben, das hat mir gefehlt. Und es ist wirklich schön, dass wir jetzt weitermachen wie vorher. Hoffentlich bleib ich gesund.

 

Gisela I.:

Zu Hause alleine üben, ach, da sind immer andere Sachen gerade wichtig. Die Schule, was wir hier machen, das find ich gut. Ich merk jetzt jedesmal, dass ich fast nichts vergessen habe nach der langen Pause mit Corona. Das Mitmachen mit den anderen hier, das ist richtig Spaß.